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Space-Bericht

 Quelle: www.pnp.de

Freilassing

Jugend-Projekt verwandelt DB-Bruchbude in “Schatztruhe”

Onur Bakis hat mit Jugend-Projekt “Kulturwelt” DB-Gebäude renoviert – Finanzierung nach 2022 offen

30.11.2020 | Stand 30.11.2020, 09:47 Uhr

Die Stadt wird weitere Angebote für die Jugendarbeit schaffen müssen – daran ließ Bürgermeister Markus Hiebl im jüngsten Haupt-, Finanz- und Kulturausschuss keinen Zweifel (wir berichteten). Eines, das es bereits gibt, hat Initiator Onur Bakis vom Verein “Doyobe” in ebendieser Sitzung vorgestellt: Das Projekt “Kulturwelt”, für das die Beteiligten nun einen leerstehenden Raum der Deutschen Bahn an der Rupertusstraße angemietet, renoviert und auf den Namen “Space” getauft haben. Im Gespräch mit der Heimatzeitung erklärt Bakis, was man sich darunter vorstellen kann, welche Unterstützung er sich von der Stadt erhofft und wie der Verein der Corona-Situation die Stirn bietet.

Herr Bakis, was hat es denn mit dem “Space” auf sich?
Onur Bakis: Ich würde das “Space” als das neue, innovative Kultur- und Digitalzentrum im Berchtesgadener Land bezeichnen. Hier wollen wir in den nächsten fünf bis zehn Jahren Projekte und Aktivitäten angehen, mit denen wir die Gesellschaft in Freilassing, aber auch im gesamten Landkreis unterstützen können. Fünf-Jahres-Mietvertrag ist hohes Risiko für den Verein

Wie sind Sie denn auf diese Räumlichkeiten gekommen?
Bakis: Michael Schweiger vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt hat uns den Tipp gegeben, dass es möglich wäre, die Räume hier anzumieten. Als wir sie dann im März 2020 angesehen haben, waren sie aber in katastrophalem Zustand. Deshalb wollten wir sie renovieren und haben dazu Bundesmittel beantragt, mit denen Kultureinrichtungen im ländlichen Raum gefördert werden. Der Mietvertrag mit der Deutschen Bahn ist für fünf Jahre fixiert und kann von beiden Seiten nicht gekündigt werden. Das ist natürlich ein hohes Risiko für den Verein.

Inwiefern?
Bakis: Wir müssen hier fünf Jahre lang bleiben und schauen, dass wir Aktivitäten durchführen. Das Projekt “Kulturwelt”, das von “Aktion Mensch” gefördert wird, läuft allerdings nur bis 2022. Aktuell wird damit ein Großteil der Miete bezahlt, danach ist völlig offen, wie es weitergeht. Aber der Verein geht dieses Risiko natürlich gerne ein, um junge Menschen zu unterstützen. 

Dennoch bleibt bei der Finanzierung ein großes Fragezeichen.
Bakis: Ja, genau. Wir von Doyobe wollten jetzt einfach mal einen Startpunkt setzen und haben deshalb in der ersten Phase das Haus mit eigenen Kräften umgebaut und auch die nötigen Fördermittel organisiert. Jetzt haben wir mit dem “Space” das Baby geboren und meiner Meinung nach eine wahre Schatztruhe im Berchtesgadener Land geschaffen, die es ab dem kommenden Jahr mit Leben zu füllen gilt. Deshalb bleibt uns nur zu hoffen, dass sich die Pandemie bald abschwächt und wir wie geplant unsere Aktivitäten durchführen können. Denn mit diesen wollen wir zeigen, dass wir professionelle Künstler und Referenten hier haben, die sich um die jungen Menschen kümmern. Und dann sollen das Landratsamt und die Stadt Freilassing entscheiden, ob unser Engagement unterstützenswert ist. “Der Stadt sollte es Wert sein, uns zu unterstützen”

Was erhoffen Sie sich?
Bakis: Das Wichtigste ist, dass die Basiskosten übernommen werden. Um den Rest – wie Mittel aus Berlin oder München zu organisieren und die inhaltliche Belebung – kümmern wir uns. Ich finde schon, dass es der Stadt Wert sein sollte, unser Angebot zu unterstützen, weil es ja den Bürgern zugute kommt. Die Rückmeldung von Bürgermeister Markus Hiebl im Ausschuss stimmt mich aber durchaus optimistisch. Allerdings haben wir dazu ja noch gar keinen Antrag gestellt. Das werden wir erst machen, wenn wir unsere Aktivitäten im Jahresbericht darstellen können. Denn damit wollen wir zeigen, dass wir professionell aufgestellt sind. Ich lade aber schon jetzt den Bürgermeister und die Stadträte gerne dazu ein, sich vor Ort ein Bild von unserem Angebot zu machen.

Dieses Angebot definiert sich nicht als offener Jugendtreff. Eine bewusste Entscheidung?
Bakis: Ja, wir bieten nämlich Projekte und Aktivitäten an, die auf ganz bestimmte Themen und Inhalte abzielen und auch gefördert werden. Zu diesen müssen sich die Teilnehmer anmelden. Dann erarbeiten sie mit Referenten ganz verschiedene Fertigkeiten wie etwa das Programmieren einer Website, Fotografieren, Tanzen oder Musizieren. Aber auch der soziale Aspekt ist uns wichtig, weshalb wir einen Raum bieten wollen, in dem über aktuelle soziale Themen gesprochen wird – wie etwa die Pandemie.

Gutes Stichwort. Inwieweit hat Sie diese beeinträchtigt?
Bakis: Zunächst haben wir damit begonnen, alles zu renovieren und – als es wieder lockerer wurde – unsere Aktivitäten mit bis zu zwölf Kindern fortgesetzt. Das war möglich, weil wir mehrere Räume haben und die Kinder aufteilen konnten. Der größte Aufwand war, über diverse Kanäle den Kontakt zu den Teilnehmern zu halten, damit diese immer informiert waren, wann welche Aktivität stattfindet. Denn normalerweise kommen sie ein halbes Jahr lang immer automatisch zu einer fixen Zeit, an der das jeweilige Projekt startet. Das wurde aber leider alles komplett durcheinandergewürfelt. Wie gesagt, wir können nur hoffen, dass sich bald wieder alles normalisiert, um ein gutes Angebot gewährleisten zu können.

Das Gespräch führte Franz Eder.
Quelle: pnp.de
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